Rüde oder Hündin? - Wofür sollte ich mich entscheiden?

Rüde oder Hündin? - Wofür sollte ich mich entscheiden?


Beim Hundekauf steht neben der Entscheidung der Hunderasse auch die Wahl des Geschlechtes eine große Rolle für zukünftige Hundehalter. Dabei beherrschen viele Vorurteile unsere Wahrnehmung und so ziemlich jeder hat seine Meinung zum Thema. Doch viele dieser Vorurteile sind in die Welt der Fabeln zu verbannen, denn viele geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Rüde und Hündin scheinen nicht so zu sein, wie vielmals angenommen wird. Wir klären auf!

Wer mit Hundehaltern spricht, merkt schnell, dass so ziemlich jeder seine Vorlieben hat und kaum einer objektiv an die Frage nach dem Geschlecht herangeht. Schließlich haben diese schon einen Hund und die eigene Entscheidung zu hinterfragen oder kritisch zu sehen, liegt nicht jedem. Und so haben alle ihre Meinungen und Überzeugungen, je nach der Erfahrungen, die sie eben gemacht haben.

Doch nicht nur wir Menschen sind höchst individuell, auch unsere Hunde sind es und dabei spielt es weniger einer Rolle, welches Geschlecht diese haben, als welche Erziehung, Hormone und soziales Umfeld den Hund geprägt haben oder noch tun.

Natürlich gibt es die offensichtlichen Unterschiede zischen männlich und weiblich, doch sie sind oft gar nicht so gravierend, wie es auf den ersten Blick scheint.

Inhalt: Rüde oder Hündin?

Einleitung

Beim Hundekauf steht neben der Entscheidung der Hunderasse auch die Wahl des Geschlechtes eine große Rolle für zukünftige Hundehalter. Dabei beherrschen viele Vorurteile unsere Wahrnehmung und so ziemlich jeder hat seine Meinung zum Thema. Doch viele dieser Vorurteile sind in die Welt der Fabeln zu verbannen, denn viele geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Rüde und Hündin scheinen nicht so zu sein, wie vielmals angenommen wird. Wir klären auf!

Die Vorurteile

Die vermeintlichen Vor- und Nachteile bei Hunden sind oft recht stark an menschliche Rollenbilder des letzten Jahrhunderts angelehnt und so gelten Hündinnen als verschmuster, weniger aggressiv und generell leichter zu führen oder zu erziehen. Einziger “Nachteil” ist demnach die Läufigkeit.

Rüden hingegen werden als größer, imposanter, fruchtlos und aggressiv, aber besonders schön beschrieben. Doch all diese Vorstellungen sind nicht allgemeingültig und entsprechen doch immer nur subjektiven Wahrnehmungen, die dann als allgemeingültig erklärt werden.

Der Ursprung des Verhaltens

Wie es wirklich ist, zeigt uns ein Blick in die ursprüngliche Welt der Hunde.

Um das Verhalten von Hunden, ob Weibchen oder Rüde besser einordnen zu können, können wir ein Hunderudel betrachten und sehen, wie es ursprünglich war und welche Probleme sich daraus für das moderne Hundeleben ableiten lassen.

Die Aufgabenverteilung in einem Hunderudel ist klar geregelt und erinnert tatsächlich stark an das klassische Rollenbild von uns Menschen. Männliche Hunde sind für die die “Vertretung” nach Außen zuständig. Sie sorgen für Reviermarkierungen und verteidigen das Territorium des eigenen Rudels. Hündinnen hingegen sind eher für die “inneren” Angelegenheiten zuständig. Sie sind für den Nachwuchs hauptverantwortlich und sind aber nicht selten auch die heimliche Chefin des Rudels.

Ein wichtiger Punkt ist die Fortpflanzung, deren Umsetzung sowohl bei Weiblichen als auch bei männlichen Hunden hormonell gesteuert wird und welche ohne Kastration nur mit viel Mühe und guter Erziehung in den Griff zu bekommen ist. Während Rüden das gesamte Jahr Gefahr laufen, von ihrem Drang zur Fortpflanzung zum Weglaufen getrieben zu werden, passiert das bei Hündinnen nur halbjährlich.

Nun sieht die alltägliche Realität der allermeisten Hunde jedoch ganz anders aus, das natürliche Paarungsverhalten fällt aus und Verhaltensweisen, die eigentlich vollkommen natürlich sind, fallen uns negativ auf. So laufen auch weibliche Hunde während ihrer Läufigkeit gelegentlich davon, um einen Partner zu finden. Oder es kommt zur sogenannten Scheinträchtigkeit, bei der unter anderem das Gesäuge wachsen und die Milchproduktion anlaufen kann. Die meisten Scheinträchtigkeiten bleiben jedoch unbemerkt und der Individualität sind hier kaum Grenzen gesetzt. So zeigen andere Hündinnen andere Verhaltensänderungen. Zum Beispiel gehäuftes markieren sogar mit gehobenem Bein oder ein gesteigertes Imponiergehabe wie bei den Rüden.

Und auch umgekehrt sind Rüden nicht immer die aggressiven, wenig verschmusten Alphatiere. Im Gegenteil. Viele männliche Hunde lieben die Streicheleinheiten mindestens genauso sehr wie ihre weiblichen Artgenossen. Sie sind auch nicht schwerer zu erziehen als Hündinnen es sind. Selbst die Kampflust ist bei Rüden nicht dermaßen höher als bei weiblichen Hunden. Zwar sind dir Rüden in der “Verantwortung”, das Rudel zu verteidigen, um bei diesem Bild zu bleiben, doch wenn es bei Weibchen kracht, dann sind diese Kämpfe oft blutiger.

Die richtige Entscheidung treffen

Zur Entscheidung für einen Rüden oder eine Hündin tragen jedoch noch ganz andere Gründe bei als das Geschlecht des Hundes allein. Zum Beispiel auch das Geschlecht des Menschen, denn es ist durchaus so, dass weibliche Hunde besser mit männlichen Menschen auskommen – und umgekehrt fühlen sich Frauen von einem großen und starken Rüden besser beschützt, während der Rüden genau diese Anerkennung ebenso genießt. Freilich gibt es auch viele Männer, die nichts anderes wollen als einen kraftvollen und imposanten Rüden – und Frauen, die lieber eine etwas kleinere und zierliche Hündin möchten.

Ein weiterer Entscheidungsgrund kann ein schon vorhandener Hund sein, der sich beispielsweise aus Erfahrung nicht mit dem eigenen Geschlecht verträgt. Oder ein Rüde, der nicht kastriert ist und somit, weil kein Nachwuchs erwünscht ist, keine Hündin dazu passt.

Nicht zuletzt spielt bei der Wahl Rüde oder Hündin natürlich auch das Erscheinungsbild für viele eine große, wenn nicht sogar die größte Rolle bei der Auswahl des Hundes. Und auch die Rasse und körperlichen Ausmaße spielen eine Rolle, denn es kann schon viel ausmachen, wenn der Rüde 12 cm größer ist als das Weibchen.

Besonders die Hunderasse selbst ist nicht unentschieden und wahrscheinlich viel wichtiger als die Frage nach dem Geschlecht. So wird eine Hüte- oder Jagdhündin ein ganz anderes Verhalten an den Tag legen und weit ruppiger daherkommen als eine Zwergspitz-Rüde.
Zusätzlich gibt es wesensbildende Faktoren, die schon während der Schwangerschaft Einfluss auf den ungeborenen Welpen haben. So kann Stress bei der Mutterhündin den Testosteronspiegel erhöhen und nicht nur bei sich selbst, sondern auch beim weiblichen Nachwuchs für “männliches” Verhalten sorgen.

Fazit

Das Wesen und das Verhalten eines Hundes hat also deutlich weniger mit dem Geschlecht zu tun, als wir zu glauben meinen. Zu viele Faktoren spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung eines jeden Hundes und alleine an den äußeren Merkmalen zu entscheiden, welcher Hund das eigene Leben bereichern soll, ist geradezu fahrlässig. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, bereits einige Zeit vor dem Hundekauf entsprechende Hundebratung in Anspruch zu nehmen und auch die Herkunft des Hundes und seine Eltern nach bestem Gewissen zu prüfen.

Die Frage, welches Geschlecht nun besser zu dir passt, ob Rüde oder Hündin, kann also kaum jemand besser beantworten als du und vielleicht deine Familie selbst. Es ist wichtig, dass du dir die Zeit nimmst, die es braucht, um den richtigen Hund oder die passende Hündin zu finden. Dann kann auch deinem Hundeglück nichts im Wege stehen!

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