Zuchtverband - was macht die F.C.I.?

Zuchtverband - was macht die F.C.I.?

Wer einen Hund kaufen möchte, tut dies meistens bei einem Züchter, zumindest dann, wenn es ein reinrassiger Hund sein soll. Dann nämlich gibt es für deren Zucht strenge Auflagen und Regeln. Damit diese überwacht werden können, gibt es jede Menge Zuchtverbände und Dachorganisationen. Über allen thront die Weltorganisation Fédération Cynologique Internationale (F.C.I.), die alle Verbände unter einem Dach vereint. Doch die Welt der Hundezüchter ist selbst für die meisten Hundenarren ein schwer zu durschauendes Mysterium, das nicht frei von Kritik ist.

Inhalt: Zuchtverband - was macht die F.C.I.?

Was ist die F.C.I.?

Fédération Cynologique Internationale – die Weltorganisation der Hunde mit Sitz in Belgien, kurz F.C.I., ist die “Weltorganisation der Kynologie” und ist in drei große Sektionen eingeteilt:

Laut eigenen Angaben umfasst die F.C.I. derzeit 98 Mitglieder. Dabei handelt es sich in der Regel um Verbände, die stellvertretend für ihr Land Mitglied sind und dadurch die nationale Verantwortung übertragen bekommen. In Deutschland ist das der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen).

Kynologie:

Die Lehre von Zucht, Rassen, Verhalten, Erziehung, Krankheiten und Pflege von Hunden

Die F.C.I. erkennt gut 350 Hunderassen an und spricht diese den Herkunftsländern quasi als “Eigentum” zu. Gemeinsam mit dem jeweiligen nationalen Dachverband entwickelt die F.C.I. die sogenannten Rassestandards. Im Anschluss ist es Aufgabe der F.C.I., die festgelegten Standards zu Übersetzen und zu Veröffentlichung.

Diese Rassestandards sind der Kerngedanke der F.C.I.. Sie dienen nicht nur als Grundlage für die Bewertung von Hunden auf Wettbewerben, sondern sind vor allem für Züchtern ein wichtiger Leitfaden, anhand dessen sie ihre Zucht ausrichten können.

Die Hundezucht

Nun könnte man meinen, dass das mit der Zucht von Hunden nicht so kompliziert sein kann, dass daraus eine Wissenschaft gemacht werden muss. Und tatsächlich wird die F.C.I. durchaus auch kritisch gesehen, doch dazu später mehr.

Es gibt jedoch auch gute Gründe für strenge Regeln und Rahmenbedingungen für die Hundezucht. Denn natürlich ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Das ist zumindest bei Rassehunden der Fall. Um als Rassehund müssen Hunde den Rassestandards entsprechenden. Nur dann werden sie zur Zucht zugelassen.

Doch warum sind Hunderassen und ihre “Reinheit” überhaupt so wichtig? Irgendwie hat das ja auch einen bitteren Nachgeschmack.
Seit der erste Wolf domestiziert wurde, sind viele Jahrhunderte vergangen und auf in den verschiedenen Regionen der Erde haben sich die verschiedensten Hunderassen gebildet. Teilweise auf natürliche weise, doch meistens vom Menschen beeinflusst und mit einem klaren Ziel und Einsatzgebiet für den Hund. Dabei ist die Jagd der häufigste Grund, weshalb auch die meisten Hunderassen ursprünglich Jagdhunde sind.

Es gibt also ein Interesse daran, dass es verschiede Hunderassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten gibt. Und auch wenn man diese Praxis etwas von den Allmachtsfantasien eines Bösewichtes hat, so freuen wir uns heutzutage dennoch über die Vielfalt der Mensch gemachten Hunderassen.
Um diese Rassen zu erhalten und in gewissen Bahnen zu halten, braucht es Regeln. Doch über diese wurde von Zuchtverbänden auf der ganzen Welt gestritten, bis 1911 die F.C.I. gegründet wurde und mit den Rassestandards diese Regeln festlegte.

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Doch was sind Rassestandards genau?

Rassestandards beschreiben die Hunderasse unter Idealbedingungen. Dabei werden sämtliche Merkmale wie geistige und physische Eigenschaften definiert und festgehalten. Zudem werden Merkmale ausgeschlossen. Hunde mit solchen Merkmalen werden bei der Zuchttauglichkeitsprüfung sozusagen aussortiert und nicht zur Zucht zugelassen. Nur Hunde, die der Norm entsprechen, werden in die Zuchtlisten der jeweiligen Verbände aufgenommen und gelten als reinrassig. Dem Hund wird das egal sein, doch der Züchter kann einen ungelisteten Hund und dessen Nachkommen nicht als reinrassigen Hund verkaufen.

Die Regeln wirken teilweise sehr streng und fragwürdig. So reichen teilweise schon “falsche” Farbflecken im Fell, um nicht als reinrassiger Hund zu gelten.

Diese Hunde sind dann als Mischlinge bekannt und durchaus auch nicht unbeliebt.

Die Hirachie der Hundeverbände

F.C.I.

Der kynologische Welt-Dachverband entwickelt in Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden die Rassestandards und organisiert deren Durchsetzung. Zudem verfolgt die F.C.I. das Ziel, Kynologie, Zucht und Gesundheit der Hunde weltweit zu verbessern und zu fördern.

 

F.C.I. Pyramide

Dachorganisationen

Die 98 Mitgliedsländer werden jeweils durch einen nationalen Dachverband wie in Deutschland dem VDH vertreten. Zu den Aufgaben dieser Dachverbände zählt vor allem die verbesserte Kommunikation zwischen den Zuchtverbänden, aber auch das Erstellen von Ahnentafeln, Zuchtbüchern, Zuchtrichtlinien und die Organisation von Hundewettbewerben oder Arbeitsprüfungen. Hinzu kommt die Ausbildung von Zuchtwarten und Richtern (für Hundewettbewerbe). Sie sollen des Weitern die kynologische Forschung unterstützen und bieten Fortbildungen in diesem Bereich an.

Dachorganisationen

Der kynologische Welt-Dachverband entwickelt in zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden die Rassestandarts und organisiert deren Durchsetzung. Zudem verfolgt die F.C.I. das Ziel, Kynologie, Zucht und Gesundheit der Hunde weltweit zu verbessern und zu fördern.

Die Zuchtverbände

 

Unter den nationalen Dachverbänden gibt es verschiedene Zuchtverbände, die eine oder mehrere Hunderassen betreuen. Sie sind meist den Dachverbänden angeschlossen und bilden somit einen verlängerten Arm, um sämtliche Regeln umzusetzen. Zudem Bilden sie Züchter aus und überwachen diese auch mithilfe von Zuchtwarten.

Sie sind auch für die gesamte Bürokratie zuständig und melden neue Würfe von Welpen und vermitteln sogar Hundekäufer und Züchter.

Die Züchter

Um als Züchter erfolgreich zu sein, sollte man in einem Zuchtverband Mitglied sein. Es ist ein wenig mit den Handwerkskammern zu vergleichen, denn nur wer von einem Zuchtverband zugelassen wurde, verspricht Seriosität und Sicherheit für den Hundekäufer. Gleichzeitig liegt eine große Verantwortung bei ihnen, denn letztendlich sind sie es, die die maßgeblichen Entscheidungen treffen und für das Wohl der Hunde zuständig sind.

Warum die Zuchtverbände auch in der Kritik stehen

Heute ist das zentrales Thema bei quasi allen Hundeverbänden und Züchtern die Gesundheit der Hunde. Denn die sogenannte Qualzucht war jahrzehntelang ein riesiger Kritikpunkt der Hundezucht – und ist es teilweise noch immer.

Menschen haben manchmal wirklich seltsame Vorstellungen oder Schönheitsideale und haben diese auf perverse Art und Weise an so manchen Hunderassen ausgelassen. Es ist nicht anders zu beschreiben als mit einer unglaublichen Unmenschlichkeit, die viele Züchter zu äußerst fragwürdigen Methoden haben greifen lassen. Die bekannteste und auch heute noch verbreitete Praxis ist die der Inzucht.

Die Folgen sind auch heute noch an offensichtlich kranken Hunden zu erkennen, die unter Fehlstellungen oder Erbkrankheiten leiden.

Die F.C.I. muss als Welt-Dachverband hier durchaus Kritik gefallen lassen, denn sie war mit krassen Rassestandards mitverantwortlich.

Doch diese Zeiten sind zumindest auf offiziellem Parkett vorbei und sämtliche Verbände bemühen sich um eine gesunde und ethisch einwandfreie Hundezucht.

Die F.C.I. Wettbewerbe

Was wäre die Hundezucht ohne entsprechende Wettbewerbe und Wettkämpfe, bei denen die stolzen Hundezüchter und Hundehalter ihren geliebten Vierbeiner präsentieren können. Wahrscheinlich wäre der Spaß nur halb so groß und daher veranstaltet die F.C.I. mit ihren partnerlich verbundenen nationalen Dachverbänden eine große Anzahl an Wettkämpfen für Hunde und ihre Halter, an denen selbstverständlich nur reinrassige Hunde teilnehmen dürfen.

Dazu zählen:

Fazit

Hundefreunde, die selbst keinen Rassehund haben, sondern einen Mischling, werden sich mitunter vermutlich wundern über diese durchaus seltsam wirkende Welt der Rassehunde. Ganz besonders die Schönheitswettbewerbe der Hunde sind teilweise krude Veranstaltungen, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Doch im Großen und Ganzen sind die Verbände eine gute Sache, denn sie verfolgen nicht nur ihre Interessen und überwachen Rassestandards, sondern bilden eine mächtige Lobby, die wenigstens indirekt für alle Hundehalter gut und wichtig ist.

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