Erste Hilfe am Hund - Was du wissen solltest

Für jeden Hundebesitzer ist es ein Albtraum: Ihr treuer Begleiter erleidet einen Hitzschlag, verletzt sich an einer Glasscherbe, wird von einem Fahrzeug erfasst oder ist in einen ähnlich schweren Unfall verwickelt. Aber wie geht man in solchen Situationen vor? Was ist zu tun, wenn der Hund sich während des Spaziergangs oder beim Spielen verletzt? Es ist entscheidend zu wissen, wie man korrekt reagiert und wie eine fachgerechte Erste Hilfe für den Hund aussieht.

Erste Hilfe beim Hund - Allgemeines Verhalten

Erste Hilfe beim Hund – Es gibt drei grundlegende Regeln, die in jeder Notfallsituation beachtet werden sollten. Jeder Vorfall ist einzigartig, aber unabhängig von der Situation ist es entscheidend, zunächst Ruhe zu bewahren. Dies vermittelt dem Hund Sicherheit und hilft ihm, nicht in Panik zu geraten. Darüber hinaus ist es unerlässlich, nach einem Unfall sofort einen Tierarzt zu kontaktieren und ihm alle relevanten Informationen mitzuteilen. Der Tierarzt kann euch zusätzliche hilfreiche Ratschläge zur Ersten Hilfe beim Hund geben.

Daher ist es von großer Bedeutung, stets die genaue Adresse und Telefonnummer eures Tierarztes griffbereit zu haben. Der Schutz aller beteiligten Personen, die Erste Hilfe beim Hund leisten, hat oberste Priorität. Aus diesem Grund sollte aus Sicherheitsgründen ein Maulkorb am Hund angelegt werden. Beachtet jedoch, dass Maulschlingen oder Maulkörbe in Fällen von Vergiftung oder Erbrechen des Hundes nicht angebracht sind. Darüber hinaus sollte der Hund immer an der Leine gehalten werden, um sicherzustellen, dass er nicht entkommt.

Notfälle können in verschiedenen Formen auftreten. Während wir oft sofort alarmiert sind, wenn es zu starken Blutungen kommt, können Notfälle auch weniger offensichtlich sein. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die häufigsten Notfallsituationen und ihre Symptome zu kennen und stets einen Erste-Hilfe-Kasten zur Hand zu haben. Wir haben in unserem Beitrag die wichtigsten Informationen zur Ersten Hilfe beim Hund für euch zusammengefasst.

Erste Hilfe beim Hund - Starke Blutungen

Nach der Reinigung der Wunde achtet darauf, dass die wahre Größe sichtbar wird. Bei Hunden mit dichtem Fell, wie dem Bernhardiner oder dem Langhaar-Collie, kann es sinnvoll sein, das Fell rund um die Wunde zu entfernen, obwohl dies nicht oberste Priorität hat. Das Wichtigste ist, die Wunde schnellstmöglich mit einer sterilen Kompresse oder einem Wunddesinfektionsmittel zu desinfizieren. Anschließend sollte versucht werden, die Blutung mit einem sauberen Tuch oder einer Kompresse durch vorsichtigen Druck zu stoppen. Wenn dies nicht gelingt, kann ein kühlendes Kissen auf die betroffene Stelle gelegt werden, und nur wenn keine andere Option verfügbar ist, sollte ein Druckverband angelegt werden. Es ist wichtig, in solchen Situationen ruhig und besonnen zu handeln, um dem Hund die dringend benötigte Sicherheit zu geben.

Erste Hilfe beim Hund - Scherben & Schnittverletzungen

Draußen besteht immer die Gefahr, dass Hundepfoten auf zerbrochene Glasflaschen oder rostige Nägel treffen, die für zarte Pfoten schmerzhafte Fallen darstellen können. Schnitt- oder offene Wunden an den Pfoten sind leider keine Seltenheit bei Spaziergängen. In solchen Situationen ist es wichtig, sofort Erste Hilfe beim Hund zu leisten. Die offene Verletzung sollte umgehend gründlich mit sauberem Wasser ausgespült und von Schmutz, Steinchen und Splittern befreit werden.              

Danach ist es ratsam, die nun saubere und trockene Wunde mit Jod zu desinfizieren und mit einem Stück Mullbinde abzudecken. Es ist auch eine gute Idee, die empfindlichen Zwischenräume zwischen den Zehen mit sauberer Watte zu polstern, da Entzündungen in diesen Bereichen schlimmer sein können als die ursprüngliche Verletzung. Abschließend sollte die gesamte Pfote vorsichtig in einen lockeren Verband gewickelt werden, um sicherzustellen, dass die Blutzufuhr nicht abgeschnürt wird.

Erste Hilfe beim Hund - Sonnenstich & Hitzschlag

Besonders während heißer Sommermonate kann das Draußensein oft unerträglich sein, selbst für unsere normalerweise aktiven Vierbeiner, die an solchen Tagen lieber im Schatten verweilen. Es ist ratsam, eurem Hund stets die Möglichkeit zu geben, sich abzukühlen, und im Hochsommer nicht zu übermäßigem Aktivitäten zu zwingen, da dies zu einem Sonnenstich oder sogar einem Hitzschlag führen kann. Brachyzephale Hunderassen wie die Englische Bulldogge oder der Mops gelten als besonders anfällig für solche Hitzebedingungen.

Anzeichen wie vermehrtes Hecheln, ungewöhnliche Trägheit, Gleichgewichtsprobleme oder ein starrer Blick können bereits auf einen drohenden Hitzschlag hinweisen. Wenn diese Symptome von Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder einer stark erhöhten Körpertemperatur begleitet werden, sollte dies als Alarmsignal betrachtet werden, da es klare Anzeichen für einen drohenden Kreislaufkollaps sind. In einem solchen Fall ist es von entscheidender Bedeutung, sofort Erste Hilfe beim Hund zu leisten.

Der Hund sollte umgehend in eine kühle Umgebung gebracht werden. Dort sollte man zuerst die Beine, dann den Bauch und die Brust, die Stirn und den Nacken des Hundes mit kühlem Wasser besprühen oder mit Eispackungen in kurzen Intervallen kühlen. Wenn nach etwa zehn Minuten keine Besserung eintritt, sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden. Allgemein ist es wichtig, im Sommer darauf zu achten, dass der Hund sich beim Spielen nicht überanstrengt und stets Zugang zu einem schattigen Liegeplatz hat. Beachtet dabei, dass ein Hund mit akutem Hitzschlag nur kleine Mengen Wasser trinken sollte.

Lasst euren Hund niemals im Heißen Sommer alleine im Auto!

Erste Hilfe beim Hund - Vergiftungen

Wenn euer Hund apathisch ist, sich zurückzieht, häufig erbricht und Durchfall hat, könnten dies Anzeichen einer Vergiftung sein. Weitere Symptome können Zittern, Bewusstlosigkeit, Muskelkrämpfe, Kreislaufprobleme, übermäßiger Speichelfluss oder ein aufgeblähter Bauch sein. Oftmals vergiften sich Hunde an giftigen Pflanzen, Giftködern oder Lebensmitteln. Wenn ihr denkt, dass euer Hund vergiftet wurde, solltet ihr keine Eigeninitiative ergreifen und keinesfalls versuchen, ihn zum Erbrechen zu bringen, da dies die Situation verschlimmern könnte. Stattdessen sollte euer Vierbeiner so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden, der professionelle Hilfe leisten kann. Da Vergiftungen oft zu einem Absinken der Körpertemperatur führen, ist es wichtig, euren Hund warm zu halten und seine Atmung sowie seinen Puls bis zur Ankunft beim Tierarzt zu überwachen. Wenn ihr Reste des Gifts findet oder Proben von Erbrochenem oder Kot habt, solltet ihr diese unbedingt dem Tierarzt zur Verfügung stellen.

Erste Hilfe beim Hund - Atemstillstand & Bewusstlosigkeit

Wenn euer Hund bewusstlos zusammenbricht und keine Atmung mehr zeigt, ist schnelles Handeln von entscheidender Bedeutung! Hier sind einige wichtige Tipps zur Ersten Hilfe beim Hund:

  1. Ruhe bewahren: Versucht, ruhig zu bleiben, damit ihr effektiv handeln könnt. Euer Hund spürt eure Aufregung, also ist es wichtig, ruhig zu bleiben.

  2. Überprüft die Atmung: Legt euren Hund auf eine flache, feste Unterlage, idealerweise auf die rechte Seite. Kontrolliert seine Atmung, indem ihr euer Ohr nah an seine Nase und seinen Mund haltet, um nach Atemgeräuschen zu lauschen. Schaut auch auf seine Brust, ob sie sich hebt und senkt.

  3. Beatmung: Wenn euer Hund nicht atmet, könnt ihr mit der Mund-zu-Schnauze-Beatmung beginnen. Schließt seinen Mund und haltet seine Schnauze geschlossen. Atmet tief ein und bläst vorsichtig Luft in seine Nase, bis sich seine Brust hebt. Wiederholt dies etwa alle 4-5 Sekunden.

  4. Herzmassage: Wenn euer Hund keinen Herzschlag hat, könnt ihr mit der Herzmassage beginnen. Legt euren Hund auf die rechte Seite und platziert eure Hände auf seinem Brustkorb, hinter den Vorderbeinen. Drückt fest und schnell, etwa 100-120 Mal pro Minute.

  5. Sofort den Tierarzt kontaktieren: Selbst wenn ihr erfolgreich Atmung und Herzschlag wiederherstellen könnt, ist es entscheidend, sofort den Tierarzt zu kontaktieren oder euren Hund in eine Tierklinik zu bringen, da die Ursache für den Zusammenbruch festgestellt werden muss.

Bitte beachtet, dass dies nur vorübergehende Maßnahmen sind und keine langfristige Lösung. Ein Tierarzt muss die zugrunde liegende Ursache für den Zusammenbruch feststellen und behandeln. Die Erste Hilfe beim Hund in einem lebensbedrohlichen Notfall kann Leben retten, aber sie sollte niemals den Besuch beim Tierarzt ersetzen.

Erste Hilfe beim Hund - Herz-Lungen-Wiederbelebung

Wenn euer Hund keine Anzeichen von Leben mehr zeigt, einschließlich Atmung und Herzschlag, ist es dringend erforderlich, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Befolgt diese Schritte:

  1. Legt euren Hund auf die rechte Seite und streckt seinen Kopf. Überprüft das Maul des Hundes auf Fremdkörper.

  2. Kniet euch zwischen seine Vorder- und Hinterbeine, vor seine Brust, und drückt den Brustkorb mit flacher Hand 10 Mal. Achtet darauf, dass eure linke Hand einige Zentimeter hinter dem Ellenbogen auf der Brust liegt, während eure rechte Hand die linke Hand umschließt.

  3. Führt zusätzlich zur Herzmassage die Beatmung durch. Ihr wechselt wie folgt: 10 Mal Herzmassage und dann 3 Mal Beatmen.

  4. Wenn weder Herzschlag noch Atmung vorhanden sind, setzt die Herzmassage und Beatmung fort.

  5. Ein unverzüglicher Transport zum Tierarzt ist unerlässlich, auch wenn ihr erfolgreich die Wiederbelebung durchgeführt habt. Dies ist notwendig, um die Ursache für den Zusammenbruch festzustellen und angemessene medizinische Versorgung zu erhalten.

Diese Maßnahmen können lebensrettend sein, aber sie sollten niemals den Besuch beim Tierarzt ersetzen, da eine professionelle Diagnose und Behandlung entscheidend sind.

Erste Hilfe beim Hund - Brüche

Ein Knochenbruch tritt häufig infolge eines starken Aufpralls auf, wie etwa bei einem Verkehrsunfall. Es gibt zwei Hauptarten von Knochenbrüchen: offene und geschlossene.

Geschlossener Bruch:

Bei einem geschlossenen Bruch entstehen in der Regel rasch schwere Blutergüsse, die zu Schwellungen führen können. Die Haut bleibt jedoch unverletzt, und äußerlich sind kein Blut oder Knochenfragmente sichtbar. Es kann jedoch vorkommen, dass Gliedmaßen unnatürlich verlagert sind. Knochenbrüche treten am häufigsten an den Extremitäten auf, obwohl es möglich ist, dass euer Hund den Kiefer, den Schädel oder die Wirbelsäule bricht. In einem solchen Fall ist es wichtig, unnötige Bewegungen zu vermeiden und euren Vierbeiner so ruhig wie möglich zu halten. Um die Sicherheit sowohl des Hundes als auch von euch zu gewährleisten, kann ein Maulkorb hilfreich sein. Für die Schienung der betroffenen Gliedmaße könnt ihr eingerolltes Zeitungspapier, einen Stock oder ein zusammengerolltes Handtuch verwenden. Falls euer Hund starke Schmerzen beim Schienen zeigt, könnt ihr auf die Schiene verzichten und die betroffene Gliedmaße während des Transports auf eine weiche Unterlage legen.

Offener Bruch:

Bei einem offenen Bruch könnt ihr erkennen, dass euer Hund stark humpelt oder eine unnatürliche Beweglichkeit zeigt, wie zum Beispiel eine herabhängende Pfote. In solchen Fällen ist in jedem Fall eine offene Wunde sichtbar, und Knochenteile können deutlich erkennbar sein. Bei offenen Brüchen ist es von entscheidender Bedeutung, die Wunde umgehend mit einem sterilen Verband abzudecken, da andernfalls das Risiko einer Knochenentzündung besteht. Falls euer Hund blutet, sollte zuerst die Blutung gestillt werden. Darüber hinaus muss die betroffene Gliedmaße ruhiggestellt werden.

Fazit

In Notfällen wie Knochenbrüchen oder Vergiftungen ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend. Bei geschlossenen Knochenbrüchen gilt es, den Hund zu beruhigen, unnötige Bewegungen zu vermeiden und gegebenenfalls eine Schiene anzulegen. Bei offenen Brüchen ist eine sterile Abdeckung der Wunde wichtig, ebenso wie das Stillen von Blutungen und das Ruhigstellen der Gliedmaße.

Im Falle einer Vergiftung ist es ratsam, Ruhe zu bewahren und sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Bei Bewusstlosigkeit und fehlender Atmung oder Herzschlag ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erforderlich, gefolgt von einem Tierarztbesuch zur Ursachenklärung. In jedem Fall sollte die Sicherheit von euch und eurem Hund im Blick behalten werden, und professionelle medizinische Hilfe sollte in Anspruch genommen werden. Schnelles Handeln und das richtige Wissen können das Leben eures geliebten Vierbeiners retten.

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